Protestbrief #7
Sehr geehrte Damen und Herren.
Ich arbeite seit 2002 als Honorarkraft im Bereich “Medienarbeit” in diversen Jugendeinrichtungen in Berlin. Im Jahr 2006 ergab sich für meine Videogruppe die Möglichkeit unsere Langzeitdokumentation und Ausstellung in den Räumlichkeiten des Weinmeisterhauses zu präsentieren.
Wir bekamen tatkräftige und professionelle Unterstüzung auf Seiten der Mitarbeiter, so dass wir mit dem Ergebniss überaus zufrieden waren. Momentan arbeite ich mit Jugendlichen aus der Fotogruppe des Weinmeisterhauses an einem über das LSK finanzierte Medienprojekt. Ich bin überrascht, welch ein enormes Wissen die Jugendlichen über Fotografie dort vermittelt bekommen haben und mit welcher Disziplin sie sich dem Projekt widmen. Im Herbst soll das Fotoprojekt mit einer Ausstellung im Weinmeisterhaus präsentiert werden. Ich sehe die Vollendung des Projektes als gefährdet, wenn uns die Räumlichkeiten genommen werden.
Die Jugendlichen bereiten sich im Weinmeisterhaus auf ihre berufliche Laufbahn vor. Sie lernen unter professioneller Anleitung Fotografien zu erstellen, entwickeln und bearbeiten. Sie werden geschult in Design und bekommen Unterstützung in ihrer Mappenvorbeireitung zur Bewerbung auf Kunsthochschulen. Dies sind alles Dinge die berufsfördernd und somit überaus wichtig für die Zukunft der Heranwachsenden sind.
Die Kompetenz der Mitarbeiter und das dortige Angebot übertrifft in weitem das Niveau der meisten Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen.
Bitte überdenken Sie gründlich den Verkauf des Hauses. Es ist ein so wichtiges Stück Kultur in einem Bezirk, der sich von Jahr zu Jahr zu einem Ort für ausschließlich Konsum und Kapital wandelt.
Mit freundlichen Grüßen, Verena Büttner
8. August 2009 Kommentare deaktiviert
