WeinmeisterhausDas Weinmeisterhaus ist ein offenes Haus für Kinder, Jugendliche, Kunst & Kultur in Berlin-Mitte. Es sollte am 31.12.2009 geschlossen werden. Wir haben protestiert.

Protestbrief #8

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Rainer-Maria Fritsch,
die geplante Schließung von Jugendeinrichtungen im Bezirk Mitte — besonders die Jugendkultureinrichtung Weinmeisterhaus — aufgrund fehlender Haushaltsgelder ist nicht nur dumm sondern auch absolut fragwürdig. Das was Herr Rainer-Maria Fritsch zur Rettung des Haushaltsplanes anstrebt ist nicht nur aus moralischer Sicht absolut bedenkenswert sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht mehr als unsinnig. Als Dipl.-Kaufmann mit Schwerpunkt Immobilien, Mitglied des Immobilienverbandes RICS, Mitglied des Deutsch-Chinesischen-Instituts für Immobilienwirtschaft und Immobilienbewertung sowie als Projektentwickler und Bewerter in Berlin kann ich Ihnen dringend davon abraten, Immobilien (besonders in besten Lagen) in der derzeitigen Wirtschafts- und Immobilienkrise am Markt zu platzieren.

Der damit zu realisierende geringe Veräußerungserlös, aufgrund des extremen Rückgangs an Investitionen in der gesamten Immobilienbranche würde mit diesem Objekt für die Stadt ein mit an hoher Wahrscheinlichkeit grenzendes absolutes Minusgeschäft bedeuten. Natürlich würde dies langfristig betrachtet, zu Lasten der Steuerzahler und im Endeffekt auch zu Lasten der zukünftigen Anwohner im Einzugsbereich Mitte gehen. Bitte bedenken Sie ganz genau, was es bedeutet soziale und bildungspolitische Strukturen für Kinder, Jugendliche und Heranwachsende zu zerstören.

Wer anfängt gewachsene Gebiete und Einrichtungen, die seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Jugendkultur sind, zu schließen oder Auszusourcen verändert damit nachhaltig NEGATIV das Stadtbild. Wenn der Politik an einer gesunden Jugendkultur in Berlin Mitte gelegen ist, dann wird ein falscher Weg mit der Schließung von Jugendeinrichtungen beschritten. Bitte bedenken Sie, Jugend bedeutet unsere Zukunft , und unsere Zukunft muss gefördert werden, auch durch und über Sie meine Damen und Herren Abgeordnete. Sie wurden gewählt um uns Bürger- und Bürgerinnen zu vertreten, bitte Denken Sie daran und helfen Sie uns ein gerechtes und soziales, der Jugend zugewandtes, Berlin weiterhin zu fördern.

In Hochachtung, René G.

8. August 2009 | 2 Kommentare »


2 Kommentare am “Protestbrief #8”

  1. 1 Hoffmann sagte am 15:45 um 4. Dezember 2009:

    Hallo, Rene, wir sind ältere ehrenamtliche Helfer im Kinderhaus an der Mauer, Schwedter Str. und begrüßen es, dass du ebenfalls, wie wir auch, durch Protestschreiben und weitere Aktivitäten die Zukunft aller Kinder, Jugendlichen und auch der älteren Generation unterstützt. Jetzt müssen wir wieder für die Erhaltung des KiZ im Kinderhaus kämpfen. Es soll 2010 aufgelöst werden. Wieder sind Jugendliche und Kinder auf den Straßen und es erweitert sich der kriminelle und nicht der Bildungsstatus. Soll so etwa eine demokratische Zukunft aussehen??? Wir alle wollen helfen, dass es endlich anders wird. Unser Protestschreiben geht noch heute an das Bezirksamt Mitte, Jugend-
    amt, Herrn R. Jähring.
    Kämpft weiter! S.H. grüßt euch

  2. 2 eva becker sagte am 15:31 um 15. Dezember 2009:

    ich kenne das weinmeisterhaus und seine angebote für kinder und jugendliche schon seit 1993. da ging mein sohn martin sehr gern zu axel, der schon vor langer zeit das weinmeisterhaus verlassen musste(ihm wurde gekündigt, weil der senat seine stelle strich). er verbrachte dort sehr gern seine freizeit und konnte sich sinnvoll und kreativ beschäftigen.die mitarbeiter waren sehr freundlich zu den kindern und förderten ihre talente.
    mit meinem leistungskurs kunst arbeitete ich 2004 in einem projekt ein halbes jahr lang jeden mittwoch mit 3 experten für fotografie und film. wir drehten einen anspruchsvollen film. an der schule hätte ich dieses projekt niemals machen können.
    ich kann nicht verstehen, wie man in einer zeit, in der der bildung mehr gewicht verliehen werden soll, dieses haus schließt (um es zu verkaufen! unmöglich!).
    ich protestiere gegen dieses vorhaben und hoffe sehr, dass das haus mit seinem niveauvollen angebot bestehen bleibt.
    eva becker