Protestbrief Neil
Meine Damen und Herren,
ohne lange nachzudenken schreibe ich Ihnen diesen Brief um Ihnen meine Empörung und meine Wut zur Schließung des Weinmeisterhauses mitzuteilen.
Seit 10 Jahren schon besuche ich dieses Haus, mit 7 Jahren kam ich dort an und bin nun 17. Musiktheater und Theater, Gitarre und Gesang, Zeichnen, Tanzen habe ich im Weinmeisterhaus gemacht. Mit Gruppen aus dem Werk9 und dem Weinmeisterhaus bin ich in die Ukraine, nach Japan, nach Griechenland gekommen. Auch meine Geschwister haben hier viel gemacht. Nun wird das Weinmeisterhaus gnadenlos geschlossen.
Es ist eine Schande für Berlin. Bald wird Mitte nur noch denReichen und Schönen gehören. Teure Hotels wie das neue Hotel Amano in der Rosenthaler Straße und schicke Boutiquen wird der Bezirk noch zu bieten haben.
Die Gründe für diese Entscheidung sind bestimmtnach vollziehbar, Berlin ist verschuldet, das wissen alle. Aber vielleicht sind Sie sich dessen nicht bewusst, dass die Schließung des Weinmeisterhauses und zahlreicher anderer Einrichtungen neben allen finanziellen Vorteilen für die Stadt und ein wenig Verärgerung und Kopfschütteln vieler Menschen ein wahrhaftiges kulturelles und seelisches Verbrechen, eine Ungerechtigkeit ist. Seit 55 Jahren existiert das Weinmeisterhaus schon und nun soll alles weg. In einem Mal. Menschen verlieren ihre Arbeit, ihren Mut, ihre Motivation. Ich will nicht daran denken, was mit den vielen lieben Menschen des Hauses passieren wird.
Können Sie dies mit Ihrem Gewissen vereinbaren? Seien Sie keine Rechenmaschinen, seien Sie wahre Politiker und denken Sie an die Folgen dieser Entscheidung.
Ich habe das Gefühl, Berlin macht sich was den Ruf der Stadt angeht, etwas zu viel vor. Qualitativ kann Berlin sich einen derartigen Verlust des Kulturlebens nicht leisten. Das Kulturleben wird immer hipper, schicker und teurer. Die Oberfläche glänzt immer schöner, und Berlins Ruf einer Kulturmetropole verbessert sich immer mehr, doch im Hintergrund werden heimlich, still und leise Kultur- und Jugendeinrichtungen geschlossen. Traurig.
Was bleibt uns noch übrig? Abwarten, nachdenken? Diskutieren?
Handeln? Aber wie?
Neil B.
11. Dezember 2009 | 4 Kommentare »

Meine Damen und Herren,
man will es gar nicht wahr haben mit welcher Ignoranz die Politik (welcher Partei auch immer) ihre Sparmaßnahmen an den Schwächsten in unserer Gesellschaft, den Kindern, ablässt. Eine Einrichtung wie das Weinmeisterhaus, die wertvolle pädagogische und künstlerische Arbeit über viele Jahre leistet, kann doch nicht still und leise ohne jegliche Aussicht in die Zukunft geschlossen werden!? Die Möglichkeit Kunst, Theater und Musik auch genießen zu können, egal welches Einkommen eine Familie hat, muss unbedingt erhalten bleiben! Ganz abgesehen von der hervorragenden Arbeit, die die Angestellten und Honorarkräfte des Weimeisterhauses leisten, ist in meinen Augen die Arbeit in Jugendfreizeiteinrichtungen, wie dem Weinmeisterhaus, als Präventivmaßnahme gegen Gewalt, Langeweile, Gedankenarmut und vieles weitere zu sehen. Ich denke, nach solchen Entscheidungen, die die Schließung von Jugendfreizeiteinrichtungen nach sich ziehen, geht einige Jahre später ein Schrei durch die politischen Reihen, die die mangelnde Bildung der Jugend ankreidet, die zunehmende Verrohung beobachtet und irgendwelche Maßnahmen erfunden werden müssen, um die Jugendlichen “von der Straße” zu holen. Warum lassen wir nicht einfach das Weinmeisterhaus in seiner Einmaligkeit weiter bestehen und genießen die wertvollen Angebote !?
Ich fordere hiermit die Erhaltung des Weinmeisterhauses!
B. Bieck
Liebe Neil Belakhdar,
ich teile Ihre Trauer, ich teile Ihre Wut. Und nein, ich kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren und ich will es auch nicht. Allzu viele Jugend- und Kultureinrichtungen mussten wir in den letzten Jahren schließen. Immer gab es irgendwelche Sachzwänge, denen auch ich mich untergeordnet habe. Doch irgendwann ist Schluss. Altmitte hatte mal 16 Bibliotheken. Im nächsten Jahr wird es noch eine sein. Für mich ist jetzt dieser Punkt gekommen, an dem ich sage: So geht es nicht weiter. Wir waren frohen Mutes, als der Jugendhilfeausschuss eine Lösung fand und meine Fraktion auch eine Möglichkeit, diese Idee zu finanzieren. Es gab also keinen Sachzwang, dass Weinmeisterhaus zu schließen. Warum muss es nun doch sein? Weil einige sich nicht die Mühe machen darüber nachzudenken, was zum Beispiel Sie dort erlebt haben und was unwiderruflich zerstört wird. Einige haben sicher das Geld schon verplant, das der Verkauf dieses schönen alten Hauses einbringt. Sicher, Berlin ist hoch verschuldet. Wir Bezirksverordnete müssen uns daher sehr genau überlegen, was geht und was geht nicht mehr. Der Vorschlag des Jugendhilfeausschusses war so einfach wie genial: mehrere Einrichtungen zusammenlegen und einen Teil der Arbeit selbst in die Hand nehmen – ehrenamtlich.
Sie fragen, was bleibt?
nachdenken? Ja!
Diskutieren? Ja! Und auch Handeln!!!
Abwarten wird Ihnen, all den anderen und dem Weinmeisterhaus nicht helfen. Gehen Sie zu den Politikern in die Bezirksverordnetenversammlung! Stellen Sie den Bürgermeister und die Stadträte zur Rede! Solidarisieren Sie sich! Versammeln Sie sich! Machen Sie Lärm, schlagen Sie Krach!
Ich will Sie dabei gerne unterstützen. Sie wissen ja – die Hoffnung soll man nie aufgeben.
Sein Sie herzlich gegrüßt, fühlen Sie sich ein wenig ermutigt und kämpfen Sie!
Sven Diedrich
(Ich bin Bezirksverordneter in der Fraktion DIE LINKE)
Sauber, glatt, angepasst. Schöne neue Welt.
iich fiinde es echt niicht okay iich meiine iich werde morgen zwar erst 14 aber iich nenn miich schon mal 14 !
das was miit dem weiihnmeiister haus da passiieren soll fiind iich echt niicht okay !
klar iist berliin hoch verschuldet aba wo sollen diie ganzen kiinder hiin ?
wenn niicht iin diie jugendclubs dann eben auf diie straßen !
und genau das wiird passieren und spätestens iin eiin paar jahren werden diie poliitiiker siich fragen was machen wiir miit den kiindern wiie können wiir siie von den straßen hohlen !
aber dann werden wiir sagen siie haben doch unsere schönen jugendclubs gesperrt diie uns halt und siicherheiit iim leben gaben !
iich kenne diie miitarbeiiter vom c29 sehr gut und iich fiinde es ehrliich doof !
iich weiiss niicht was aus Astriid, Hardy und sascher werden soll iich meiine diie verliieren eiinerseiits iihren geliiebten club und 2. verliieren siie auch eiinbiisschen diie kiinder diie siie all diie jahre betreut und begleiitet haben !
und genau deshalb protestiiere iich iich werde versuchen an den bürgermeiister rannzukommen und iich werde versuchen miit den poliitiikern zu reden !
viielleiicht giibt es ja doch noch eiine chance für den club und das weiihnmeiisterhaus !
liiebe grüße und großen respeckt an euch alle diie das weiihnmeiisterhaus auch retten wollen !
Halka !